IFM Geomar: neuer Tauchroboter

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ROV PHOCA soll komplexe Tiefseeobservatorien installieren

Die Tiefsee bedeckt einen großen Teil der Erdoberfläche, doch sie ist für Menschen genauso lebensfeindlich und schwer zugänglich wie der Weltraum. Um sie zu erforschen, müssen Wissenschaftler bemannte Tauchboote oder ferngesteuerte Roboter nutzen.

Das Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) verfügte bisher mit dem autonomen Unterwasserfahrzeug ABYSS, dem bemannten Tauchboot JAGO und dem ferngesteuerten Tiefseeroboter ROV KIEL 6000 über drei solcher Geräte. Jetzt erweitert das mittelgroße ROV (Remotely Operated Vehicle) PHOCA die Kapazitäten für die Tiefseeforschung am IFM-GEOMAR noch einmal erheblich. Es soll zunächst vornehmlich für die Installation des Tiefseeobservatoriums MoLab eingesetzt werden.

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Quelle: IFM Geomar

Hintergrundinformationen MoLab
Das Meeresboden-Observatorium MoLab (Modulares multidisziplinäres Meeresboden-Observatorium) soll über Monate hinweg auf mehreren Quadratkilometern Meeresboden verschiedene biologische, physikalische, chemische und geologische Parameter messen. Es wird derzeit vom Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) entwickelt und zum Teil zusamen mit Firmen aus Schleswig-Holstein gebaut. Das System wird aus einem Verbund von verschiedenen Geräten bestehen, die je nach wissenschaftlicher Fragestellung flexibel zusammengestellt werden können. Die Besonderheit des MoLab besteht darin, dass es auch von mittelgroßen Forschungsschiffen wie der POSEIDON aus eingesetzt, betreut und wieder eingeholt werden kann. Außerdem kann es schnell an neue Einsatzgebiete oder wissenschaftliche Aufgaben angepasst werden. Damit schließt MoLab eine entscheidende Lücke zwischen den geplanten, sehr kostspieligen und räumlich gebundenen, verkabelten Observatorien einerseits und den bisher üblichen schiffsgestützten kurzen Forschungsaufnahmen andererseits. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt mit 3,16 Millionen Euro.

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Quelle: IFM Geomar

Das ROV PHOCA ist ein mittelgroßer Arbeitsroboter vom Typ Comanche der schottischen Firma sub-Atlantic. Es wiegt 1,5 Tonnen und ist in Wassertiefen von bis zu 3000 Metern einsetzbar. Zusammen mit dem ROV KIEL 6000, das seit 2007 am IFM-GEOMAR beheimatet ist, verfügt das Institut jetzt über zwei ferngesteuerte Tauchroboter mit sogenannter work class Klassifizierung.

Technische Daten:
Länge/Breite/Höhe: 2,1 m/1,3m/1,25 m
Gewicht: 1,5 Tonnen (in der Luft)
Max. Tauchtiefe: 3000 Meter
Max. Geschwindigkeit (horizontal): 2,5 Knoten
Preis: 1,2 Millionen Euro (inklusive Steuercontainer, Winde und Kabel)

Erste Testeinsätze für MoLab und das neue ROV sind im Frühjahr 2011 geplant. Die Ausstattung des IFM-GEOMAR mit Tiefsee-Geräten gehört damit zu den umfangreichsten und modernsten Europas.

Ansprechpartner:
Dr. Olaf Pfannkuche, Tel. 0431 – 600 2113, opfannkuche@ifm-geomar.de
Dr. Friedrich Abegg, Tel. 0431 – 600 2134, fabegg@ifm-geomar.de
Jan Steffen (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), Tel. 0431 – 600 2811, jsteffen@ifm-geomar.de oder presse@ifm-geomar.de

(c) IFM Geomar 2011

Vollständiger Artikel bei IFM Geomar
Informationen über das ROV PHOCA

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In der Schwebe: Dorschnachwuchs

In Medienpartnerschaft mit dem Deutschen Meeresmuseum stellt OZEANI Blog ausgewählte Fundstücke der Reihe 365 Entdeckungen vor.

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Entdeckung Nr. 12

Die großen Ausstellungsbereiche im Ozeaneum zu den nördlichen Meeren zeigen nicht nur ihre sehenswerten Bewohner im oder über dem Wasser, sondern geben auch anschaulich Einblicke in die Lebensdingungen und Umweltprobleme von Nord- und Ostsee. So wie seit November 2010 ein neues Element in der Fischvitrine der Ostseeausstellung. Eine Szenerie mit leuchtenden Acrylglassäulen illustriert dort eindrucksvoll die Abhängigkeit des Dorschlaichs vom Salzgehalt des Ostseewassers.

http://blog.ozeani.com/wp-content/uploads/012_dorschnachwuchs.jpgZum Lebenszyklus der Dorsche gehört das Ablaichen in den tiefen Ostseebecken. In diesen Gebieten schweben die Dorscheier in den salzhaltigen Schichten bis zum Schlüpfen der Larven. Doch nur ein Salzgehalt von 11 Promille und mehr garantiert den leichten Eikörpern den notwendigen Auftrieb. Bei niedrigeren Salzwerten sinkt der Dorschlaich zu Boden und stirbt ab.

Garant der entsprechenden Lebensbedingungen in der Ostsee sind die unregelmäßigen Salzwassereinbrüche aus der benachbarten Nordsee. Werden diese seltener oder bleiben wie in den vergangenen Jahren oft aus, beeinflusst die sinkende Salzkonzentration entschieden die Reproduktion des Dorschbestandes. Die bildliche Darstellung des Schwebens und Absinkens des Dorschlaichs verdeutlicht, wie sehr das empfindliche Gleichgewicht eines Lebensraums von Faktoren wie Salzgehalt, Sauerstoff oder Nährstoffeintrag abhängig ist.

(c) 2011 – Deutsches Meeresmuseum, Stralsund – Europas Museum des Jahres 2010

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World Ocean Review kompakt 2.1

Bericht zum Zustand der WeltmeereDie World Ocean Review ist ein 240-Seiten-Zustandsbericht über die Weltmeere. Erarbeitet wurde er vom Kieler Exzellenzklaster Ozeane der Zukunft, redigiert von der Mare-Redaktion:
das Original bestellen oder downloaden

Hier gibt es in losen Folgen eine eingedampfte Version (persönliche Auswahl mit Seitenblicken):
1.1: der Unterschied zwischen Wetter und Klima
1.2: die großen Meeresströmungen
1.3: Wasser – H2O

Kapitel 2 der WOR beschäftigt sich mit der Chemie der Meere. Zitate sind immer kursiv gesetzt. Am Ende des Artikels gibt es eine kleine Zusammenstellung der wichtigsten Begriffe und Fakten.

Kapitel 2.1
Wie der Klimawandel die Chemie der Meere verändert

Dieser Abschnitt wird von den Wörtchen könnte, vielleicht und vermutlich beherrscht. Grund dafür sind Weite und Tiefe der Ozeane und das lange Desinteresse der Wissenschaft, in ihre Geheimnisse abzutauchen. Lange dachte man einfach: da unten ist sowieso nix los außer toter Materie, die von oben herabsinkt.

http://blog.ozeani.com/wp-content/uploads/tiefsee.jpgSpätestens mit Entdeckung der Schwarzen und Weißen Raucher (1977) hat sich das endlich geändert. Rund um die heißen Tiefsee-Quellen wimmelt es nur so von Leben, dessen Energie nicht vom Licht der Sonne gespeist wird, sondern von gelösten Mineralstoffen aus der Erdkruste. Sehenswert dazu die liebevoll gestaltete Website (Flash) www.die-tiefsee.de

Es ist bisher unmöglich, genügend Messdaten in Ozeanen zu sammeln, um alle Prozesse genau zu verstehen und detaillierte Prognosen abgeben zu können. Die Versuche stützen sich vor allem auf zwei Verfahren:

Die Atmosphäre-Ozean-Flussmethode ermittelt die Partialdruck-Differenz zwischen Athmosphäre und Ozeanoberfläche. Der Partialdruck ist derjenige Druck, den ein Gas wie etwa CO2 in einem Gasgemisch wie der Luft zum Gesamtdruck beiträgt. Je mehr von diesem Gas vorhanden ist, desto höher ist sein Partialdruck. Stehen zwei Volumina, zum Beispiel die Atmosphäre und die oberflächennahen Schichten des Ozeans, miteinander in Verbindung, kann ein Gasaustausch stattfinden. Eine etwaige Partialdruckdifferenz führt dazu, dass es zu einem Nettoaustausch von CO2 kommt. Das Gas strömt dabei vom Bereich mit dem höheren Partialdruck in den Bereich des niedrigen Drucks. Da der Kohlendioxid-Anteil in der Luft höher als im Meereswasser ist, nehmen die Ozeane permanent CO2 auf – dazu gleich mehr.

Die zweite Methode versucht mithilfe geochemischer oder statistischer Verfahren zu berechnen, wie viel CO2 im Ozean aus natürlichen und wie viel aus anthropogenen (menschlichen) Quellen stammt – obgleich beide in chemischer Hinsicht (weitgehend) identisch und im Grunde nicht zu unterscheiden sind. Tatsächlich stehen heutzutage mehrere Verfahren zur Verfügung, die eine solche Differenzierung doch zulassen.

Objekt wissenschaftlicher Untersuchungsbegierde ist vor allem:

Kohlenstoff – DAS Element des Lebens
Kohlenstoff ist äußerst wandlungsfähig. Pflanzen nehmen CO2 – ein Molekül bestehend aus einem Kohlenstoffatom (C) und zwei Sauerstoffatomen (O) – aus der Athmosphäre auf, verwandeln es in Ernergie (Zucker und Stärke) und nutzen Kohlenstoff als Grundbaustein für ihre Biomasse. Tiere (der Mensch gehört zu den Trockennasenaffen) fressen den pflanzlichen Kohlenstoff und bilden daraus ihre Körper. Dieser Um- und Einbau vollzieht sich in Minuten (Algen und Bakterien) bis Jahrzehnten. In Ozeanen bleibt CO2 in weit größeren Mengen für Jahrhunderte gespeichert. Der überwiegende Anteil ist im Gestein unseres Planeten (Lithosphäre) gar für Millionen Jahre gebunden (z.B. in Kalkstein).

Fossile Brennstoffe
Erdöl besteht bis zu 87% aus Kohlenstoff. Erste Erdöleinschlüsse wurden in 3,2 Milliarden Jahre altem Gestein entdeckt. In seiner Nähe kommt oft auch Erdgas vor, dessen Entstehungsprozesse ähnlich verlaufen.
Kohle besteht zu 70% aus Kohlenstoff. Steinkohle bildete sich vor allem aus der Pflanzenwelt des Karbon vor 280 bis 345 Millionen Jahren. Braunkohle ist mit 2,5 bis 65 Millionen Jahren entschieden jünger.

CO2 von Menschenhand
Heute wissen wir, dass sich die CO2-Konzentration in der Atmosphäre in den knapp 12 000 Jahren zwischen der letzten Eiszeit und dem Beginn der industriellen Revolution Anfang des 19. Jahrhunderts nur sehr geringfügig verändert hat. Eine solche vergleichsweise stabile CO2-Konzentration deutet darauf hin, dass sich der vorindustrielle Kohlenstoffkreislauf weitgehend im Gleichgewicht mit der Atmosphäre befand.
Dieses Gleichgewicht wird durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe drastisch gestört. Vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des 20. Jahrhunderts hat der Mensch rund 400 Gigatonnen (400 Milliarden Tonnen) Kohlenstoff in Form von Kohlendioxid freigesetzt.

Der Ozean als Senke für anthropogenes CO2
Sobald CO2 aus der Atmosphäre ins Wasser übergeht, reagiert es chemisch mit den Wassermolekülen zu Kohlensäure, wird also sozusagen direkt weiterverarbeitet. Fachleute bezeichnen eine solche Aufnahme von CO2 auch als Senke.
Sollte sich in Zukunft ein neues Kohlenstoff-Gleichgewicht zwischen Atmosphäre und Weltozean einstellen, dann wird das ozeanische Reservoir (…) bis zu 95% des anthropogenen CO2 aus der Atmosphäre aufgenommen haben.
Bis dahin wird es allerdings Jahrtausende brauchen. Wegen der trägen Durmischung des Ozeanwassers hinkt die Aufnahme dem menschlichen Ausstoß weit hinterher. Im Referenzjahr 2000 betrug die Senke 1,4 Gigatonnen Kohlenstoff. Der Mensch jagt jährlich aber mehr als 8 Gigatonnen Kohlenstoff in die Luft.

Versauerung der Ozeane
Die verstärkte Aufnahme von Kohlendioxid ins Meer führt zur Versauerung der Ozeane, oder chemisch ausgedrückt: einer Abnahme des pH-Werts. Das könnte gravierende Auswirkungen auf marine Organismen und Ökosysteme haben. Besonders betroffen wären hier kalkbildende Organismen, weil ein saureres Milieu die Kalkproduktion erschwert. In Laborexperimenten konnte man zeigen, dass diese Versauerung Korallen und andere Lebewesen beeinträchtigt. Derzeit wird das Thema Ozeanversauerung weltweit in großen Forschungsprogrammen bearbeitet. Endgültige Aussagen über Rückkopplungseffekte zwischen Klima und Versauerung kann man daher noch nicht machen.
Ähnliches gilt für den Einfluss der Ozeanerwärmung. Auch hier gibt es viele Hinweise auf erhebliche Rückkopplungseffekte, aber zu wenig solide Erkenntnisse, um belastbare quantitative Aussagen zu machen.

Wie ich eingangs schon sagte: das Kapitel Chemie der Meere wird von den Wörtchen könnte, vielleicht und vermutlich beherrscht ..

So weit für heute. In Kürze ergänze ich hier noch mit einer kleinen Zusammenstellung der wichtigsten Begriffe und Fakten.
Weiter geht es dann mit den Folgen der Ozeanversauerung.

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Die Tiefsee. 2 Web-Fundstücke.

Lange war die Wissenschaft nicht sonderlich an der Tiefsee interessiert. Man dachte ganz einfach, da unten sei nix zu finden außer toter Materie, die von oben herabsinkt.

http://blog.ozeani.com/wp-content/uploads/tiefsee.jpgSpätestens mit Entdeckung der Schwarzen und Weißen Raucher (1977) hat sich das endlich geändert. Rund um die heißen Tiefsee-Quellen wimmelt es nur so von Leben, dessen Energie nicht vom Licht der Sonne gespeist wird, sondern von gelösten Mineralstoffen aus der Erdkruste. Sehenswert dazu die liebevoll gestaltete Website (Flash) www.die-tiefsee.de

Bizarre Gestalten aus der Finsternis nennt Focus Online seine Galerie alienhafter Tiefsee-Bewohner.

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Tückischer Wurzelkrebs

In Medienpartnerschaft mit dem Deutschen Meeresmuseum stellt OZEANI Blog ausgewählte Fundstücke der Reihe 365 Entdeckungen vor.

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Entdeckung Nr. 4

Nicht alle sehenswerten und spektakulären Sammlungsstücke des Deutschen Meeresmuseums sind in den Ausstellungen zu sehen. In den Magazinen wurde eine Vielzahl von Sammelobjekten als Feucht- oder Trockenpräparate zusammengetragen, die vor allem für Forschungszwecke dienen und nur zu besonderen Anlässen einem interessierten Publikum vorgeführt werden.

WurzelkrebsIn der Krustentier-Sammlung befinden sich zwei Forschungspräparate des parasitischen Wurzelkrebses (Sacculina carcini), der mit den bekannten Entenmuscheln und Seepocken verwandt ist. Der Wurzelkrebs hat eine besondere Lebensweise: die Weibchen befallen andere Krebsarten und nutzen diese für die Entwicklung des Nachwuchses. Die Tarnung ist perfekt: die klassische Krebsgestalt ist verloren gegangen, der Körper gleicht einer bösartigen Geschwulst. Huckepack fest verwachsen, paralysiert der Wurzelkrebs seinen Wirt und nutzt dessen Organe zur Ernährung. Durch Hormone verhindert der Parasit auch die übliche Häutung des Trägers, damit er nicht abgestoßen werden kann.

Selbst für erfahrene Meeresbiologen sind diese Parasiten nur schwer zu lokalisieren und richtig zu deuten. Zu erkennen ist der Wurzelkrebs nur durch seine Eipakete. Diese wiederum gleichen in Größe und Form denen des Wirtes. Gemeinerweise werden sie auch direkt daneben abgelegt. Man muss also schon genau hinsehen: nur die Struktur ihrer Oberfläche kann sie verraten.

Im MEERESMUSEUM gibt es gleich zwei dieser seltenen Objekte. Im Jahr 1994 fanden die Museumssammler Luzinda und Rudi Enzenroß in einem Stellnetz vor der Türkei eine lebende Schwimmkrabbe mit zwei deutlichen Auswüchsen am Hinterleib. Sogar im Aquarium ist dieser Parasit schon aufgetaucht. Im Sommer 2010 entdeckte die Museumswissenschaftlerin Ines Podszuck gerade noch rechtzeitig eine befallene Strandkrabbe, bevor die Larven des Wurzelkrebses das gesamte Becken befallen hätten.

(c) 2011 – Deutsches Meeresmuseum, Stralsund – Europas Museum des Jahres 2010

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Sail away. Für immer.

Auch Abstinenzler kennen die grünen Segel des Schulschiffs “Alexander von Humboldt” aus der Becks-Bier-Werbung.

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Foto: Winfried Huber (some rights reserved)


Sail away” wird aus vollem Hals in der Werbung geschmettert – jetzt gilt der Slogan auch für das Schiff selbst: 2011 geht die Stahl-Bark auf letzte große Fahrt. Die jährlichen Instandhaltungskosten von 400.000 Euro – Tendenz steigend – rechnen sich für den Eigner Deutsche Stiftung Sail Training nicht mehr. Die Alex II ist im Bau, 65 Meter lang, bis zu 13 Knoten schnell, mit Platz für 80 Personen.

Website: www.gruene-segel.de

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Führungen über die boot 2011

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Foto: Messe Duesseldorf / Tillmann & Partner

Vom 22. bis 30. Januar 2011 findet in Düsseldorf die boot 2011 statt.
Website: www.boot.de

Um nicht hilflos zwischen den über 1600 Ausstellern unterzugehen, bietet der segeln-Redakteur Michael Bohmann geführte Rundgänge an. Die Führungen finden am 26. und 27. Januar (Mittwoch und Donnerstag) in kleinen Gruppen statt und dauern höchstens 2 Stunden. Wegen der beschränkten Teilnehmerzahl sind Voranmeldungen nötig.
Schriftliche Anfragen an: Redaktion segeln, Troplowitzstr. 5, 22529 Hamburg, Fax 040/ 38 90 61 25 oder per eMail: red.segeln@segeln-magazin.de – Stichwort: Messerundgang

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Das Heringstelefon

In Medienpartnerschaft mit dem Deutschen Meeresmuseum stellt OZEANI Blog ausgewählte Fundstücke der Reihe 365 Entdeckungen vor.

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Entdeckung Nr. 5

Wie? Können Heringe telefonieren? Oder kann man mit Heringen telefonieren? Man kann, würden die Fischer früherer Generationen sagen. In der Fischereiausstellung des MEERESMUSEUMs ist darum ein traditionelles Heringstelefon zu bewundern. In den Zeiten, als Echolote noch nicht zur Standardausrüstung eines jeden Anglers gehörten, mussten sich die Küstenfischer auf andere Art behelfen, um die begehrten Heringsschwärme ausfindig zu machen. Eine entscheidende Frage in der Fischerei ist stets: „Wo ist der Fisch?“ Da dieser unter Wasser sehr gut verborgen ist, brauchte es kreative Mittel und Möglichkeiten.

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Quelle: www.365entdeckungen.de

Mit dem Heringstelefon nutzte man den körperlichen Kontakt im dichten Gedränge der Heringsschwärme. Dafür wurden lange, dünne Drähte oder im besten Falle Klaviersaiten mit einem Gewicht ins Wasser gelassen. Der Fischer legte sich die Saite um das Ohr und lauschte so in die Tiefe. Traf ein Heringsschwarm nun auf das Lot, rieben sich die Fische an der Leine. Aus diesen Berührungen konnten erfahrene Fischer die Dichte und Tiefe des Heringsschwarms erkennen. Netze oder Angeln wurden dann dementsprechend eingestellt.

Mit diesen alten Hilfsmitteln war die Fischerei natürlich weniger intensiv als heute. Der Fisch hatte noch gute Chancen, den Netzen zu entkommen.

(c) 2011 – Deutsches Meeresmuseum, Stralsund – Europas Museum des Jahres 2010

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Sklavenschiff in schwerer See

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http://blog.ozeani.com/wp-content/uploads/cc.jpgMontage mit Grafiken von Myriam Thyes und Ziegelbrenner : (c) Matthias Heise 2011

Drei Fragen stellen sich dieser Tage:

  • Wie schäbig und niederträchtig muss jemand sein, der – zum Schutz raffgieriger Lobbyisten – Millionen Menschen vom Rand des Existenzminimums baumeln lässt?
  • Was sind Jobs wert, deren Lohn nicht einmal ausreicht, um seine Kinder abwechslungsreich und gesund zu ernähren?
  • Wann werden von den Langzeit-Verhöhnten neben Kanzleramt und Bundestag Guillotinen in Stellung gebracht und gefüttert?

“Vergesst nicht, was passieren kann”, möchte man den Amtsmissbrauchern auf Deutschlands Regierungsbänken warnend zurufen: des Volkes Geduld ist nicht unerschöpflich.

(Das ist kein Aufruf zur Gewalt! – nur eine Erinnerung daran, was Armut, Wut und Verzweiflung anrichten können: 1789 .. )

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Verlassene Küste

Karl Krolow
Verlassene Küste

Segelschiffe und Gelächter,
Das wie Gold im Barte steht,
Sind vergangen wie ein schlechter
Atem, der vom Munde weht,

Wie ein Schatten auf der Mauer,
Der den Kalk zu Staub zerfrißt.
Unauflöslich bleibt die Trauer,
Die aus schwarzem Honig ist,

Duftend in das Licht gehangen,
Feucht wie frischer Vogelkot
Und den heißen Ziegelwangen
Auferlegt als leichter Tod.

Kartenschlagende Matrosen
Sind in ihrem Fleisch allein.
Tabak rieselt durch die losen
Augenlider in sie ein.

Ihre Messer, die sie warfen
Nach dem blauen Vorhang Nacht,
Wurden schartig in dem scharfen
Wind der Ewigkeit, der wacht.

(Erschienen bei Edition Suhrkamp, Frankfurt/Main, 1962)

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